Freitag, 16. Mai 2026 – Abfahrt ins Abenteuer
Nach einer letzten kurzen, aber umso konzentrierteren Gesamtprobe – inklusive der legendären Dirigenten‑Weisheit «Posaunen, bitte nicht spielen wie Zürcher im Alpstein!» – rollten wir um 14.00 Uhr mit dem Carunternehmen Wick Richtung Biel. Petrus meinte es gut mit uns und öffnete pünktlich zur Abfahrt die Schleusen. So konnten wir uns schon einmal ans angekündigte „wechselhafte Wochenende“ gewöhnen und unser Gepäck stilecht im Regen verladen.

Natürlich reisten wir nicht hungrig: Früchte, Snacks und – ganz wichtig – eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Softdrinks und Hopfenbräu verschiedenster Provenienz fanden ebenfalls ihren Weg in den Car. Die Stimmung war ausgelassen, die Musik im Car… sagen wir mal: nicht für alle gleich gut. Trotzdem vergingen die 2.5 Stunden Fahrt wie im Flug.


Kurz vor Biel meldeten sich unsere Wohnmobil‑ und Wohnwagenfahrer: Offenbar hatte unser Erkundungsteam die Einfahrt zur „Villa Lindenegg“ etwas grosszügig eingeschätzt. Aber wie immer fand sich eine Lösung – Improvisation gehört schliesslich zum Vereinsleben.


In Biel angekommen mussten wir alles ausladen, da der Car weiter musste. Alles – ausser Diegos Handy, das sich noch eine kleine Extrarunde gönnte. Ein Karton Spezli überlebte die Aktion leider nicht; offenbar sind die Regeln des Kartonöffnens nicht allen geläufig.
Nach einer kurzen Verwirrung bei der Zimmerverteilung bezogen wir unsere Unterkunft und genossen ein gemütliches Nachtessen in der Villa Lindenegg. Die Getränkereserven wurden im grössten Zimmer – bei den Frauen – sicher verwahrt. Sogar das Leergut fand nach einem Umweg in den ersten Stock seinen Weg in die Glassammlung im Garten.




Danach ging es geschlossen aufs Festgelände. Nach einer kurzen Erkundungstour bezogen auch unsere Jugendlichen ihr Nachtdomizil in der Jugendherberge, wobei das „Mädchenzimmer“ wohl von der Reinigung übersehen worden war. Zum Glück gab es unkompliziert Ersatz.
Nach einer gefühlten Ewigkeit in der Getränkeschlange konnte die ältere Garde endlich auf die Ankunft in Biel anstossen. Später, zurück in der Unterkunft, fehlten plötzlich Personen: Wo ist Peter H.? Laut Standort im Hotel, aber das Bett leer. Fragen über Fragen – am Ende fanden aber alle ihren Schlafplatz. Finn hatte es etwas schwieriger: Aus dem Wohnmobil ausgesperrt, öffnete er kurzerhand das Fenster. Nicht alle waren begeistert, gell Peter.
Samstag, 17. Mai 2026 – Wettspieltag
Für einige startete der Samstagmorgen mit einem Schockmoment: Hagi, unser Frühaufsteher, wollte eigentlich pflichtbewusst alle Stücke noch einmal durchgehen. Doch das Tablet war nicht nur im Schlafmodus – es hatte komplett den Geist aufgegeben. Alle Noten samt Notizen waren verschwunden. Doch auch dieses Problem konnte souverän, noch fast vor dem ersten Kaffee gelöst werden. Und das, will bei Hagi etwas heissen.
Frühstück gab es ab 8.30 Uhr – Kaffee allerdings erst ab 9.00 Uhr. Trotzdem war die Stimmung bestens. Das Brot war nicht jedermanns Sache, aber es gab ja Gipfeli.
Gestärkt und uniformiert – teilweise mit farblich abgestimmten Nägeln – machten wir uns auf zum Fototermin. Die Tuba mit ihren 25 kg sorgte für spontane Fitnessmomente. Erste Fundsachen liessen nicht lange auf sich warten: Zwei Knirpsschirme unserer Girls.
Nach einer kleinen Stärkung suchten wir spontan ein Lokal für eine erste Vorprobe. Zum Glück haben sich einige nicht haargenau an Pascals Packliste gehalten und haben ihren Notenständer vorsichtshalber doch mit nach Biel genommen.
Danke an Diego und Matthias fürs Organisieren.


Im „richtigen“ Einspiellokal bereiteten wir uns nochmals vor und dann kam von unserem Dirigenten die schönste Ansage des Tages: „Habt Spass, spielt miteinander und geniesst es!“
Los geht’s. Tief durchatmen und ab ins Wettspiellokal.
Wir spielten mit Herz und Freude. Besonders hervorzuheben: das makellose Solo unseres Nachwuchscornetisten Moritz und die starke Leistung aller Jugendlichen. Auch unser Fanclub war zahlreich und lautstark – danke euch!

Sogar der Betreuer des Einspiellokals war so angetan, dass er sich unser Wettspiel anhörte.
Nach dem Auftritt lagerten wir die Instrumente ein und stärkten uns in der Verpflegungshalle – inklusive Dessert.

Um 18.45 Uhr folgte die Stellprobe für die Marschmusik. Regen setzte ein, aber laut App sollte der Wettbewerb stattfinden. Also machten wir uns auf den Weg. Kurz vor dem Start dann der Abbruch – unverständlich, denn es regnete nicht mehr. Unser Dirigent erreichte immerhin, dass wir für uns selbst gewertet wurden. Und wir legten eine Marschmusik hin, die uns ganz vorne platziert hätte. Musikgeist pur.

Zurück in der Unterkunft wurde gefeiert, gelacht und angestossen. Zur Rangverkündigung ging es wieder aufs Festgelände – diesmal mit deutlich kürzerer Wartezeit auf Getränke. Unser zweiter Zwischenrang in der Konzertmusik löste Jubel aus, besonders bei der Jugend, die kurzzeitig die Tische eroberte.
Die zweite Nacht verbrachten wir alle zusammen in der Villa Lindenegg – die Jüngeren auf Mätteli, die Älteren in Betten. Geschlafen wurde abends später, dafür morgens etwas länger.
Sonntag, 18. Mai 2026 – Abschluss und Heimreise
Nach einem gemütlichen Frühstück räumten wir die Zimmer und lagerten alles in Zimmer 1. Zuerst wurden aber Wettschulden eingelöst: Zwei unserer Jugendlichen hatten nicht fest mit einem Spitzenrang gerechnet – und bekamen nun eine neue Frisur. Nach zögerlichen ersten Schnitten übernahm ein echter Appenzeller und machte kurzen Prozess. Sieht gut aus – und Haare wachsen ja nach.




Danach feuerten wir Matthias und die Brass Band Gonten bei der Marschmusik an – lautstark und mit viel Herz. Auf dem Festgelände gab es noch ein paar Getränke und Snacks, bevor wir den Car beluden und Richtung Zuckenriet aufbrachen.



Einige von Matthias’ Sachen reisten versehentlich mit uns zurück – trotz Foto im Chat. Wenigstens seine Kleider blieben in Biel.
Zurück in Zuckenriet wurden wir herzlich empfangen. Nach einem letzten Umtrunk ging es für alle mit vielen schönen Erinnerungen nach Hause.
Um 19.20 Uhr kam dann die Nachricht vom 3. Platz der BBZ – und löste nochmals Begeisterungsstürme aus. Ein perfekter Abschluss eines unvergesslichen Wochenendes.
Hier geht es zum Bericht der Jugend Brass Band Zuckenriet:
Und hier noch einige Impressionen:



















